Die Auswahl der Stipendiaten erfolgt traditionell in mehreren Schritten. Nach einer Nominierung durch die jeweilige Schule stellten sich die Bewerberinnen und Bewerber Anfang März in persönlichen Einzelgesprächen der Jury vor. Dabei ging es weniger um die ohnehin beeindruckenden Schulnoten, sondern vor allem um Persönlichkeit, Engagement sowie um Zukunftspläne und gesellschaftliches Interesse. Die Personalprofis von Dentsply Sirona und TE Connectivity sowie die Vertreter des Lions Clubs hatten für die Bewerberinnen und Bewerber individuelle Fragen vorbereitet, um den Abiturienten und Abiturientinnen die Möglichkeit zu geben, sich der Jury umfassend mit ihren Stärken und Erfahrungen zu präsentieren. In diesem intensiven Dialog mit den jungen Menschen wurde ein erster Gesamteindruck der verschiedenen Persönlichkeiten herausgearbeitet. Nicht nur einmal wurde hierbei seitens der Juryvertreter verblüfft die Frage gestellt, wie so viele persönliche Interessen und ehrenamtliches Engagement neben den durchweg hervorragenden schulischen Leistungen in einen 24-Stunden-Tag passen können.
Im Anschluss an die Einzelgespräche konnten sich die Kandidatinnen und Kandidaten in einer gemeinsamen Gruppendiskussion bewähren. Hier waren neben Schlagfertigkeit und Ausdrucksvermögen auch fundiertes Wissen sowie eine reflektierte Haltung zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen gefragt. Die Jury beobachtete dabei besonders, wie überzeugend die Teilnehmerinnen und Teilnehmer argumentieren, wie sie auf andere Positionen reagieren und wie sie sich in einer Diskussion einbringen. Nicht nur die beiden Gewinnerinnen zeigten sich hier sehr meinungsstark und selten gab es in den letzten Jahren eine vergleichbar homogene Beteiligung und hohe Diskussionskultur aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Am Ende kristallisierten sich dann 4 Favoriten der fünfköpfigen Jury heraus und letztlich überzeugten Anna Vettel und Sina Blessing die Jury mit ihrem herausragenden ehrenamtlichen Engagement, differenzierten Beiträgen, ihrer offenen empathischen Art und einem breiten Interesse an gesellschaftlichen Fragestellungen.
Das Stipendium wird in Kooperation mit den international tätigen Unternehmen Dentsply Sirona und TE Connectivity vergeben. Beide Firmen unterstützen das Programm seit vielen Jahren und ermöglichen den Gewinnerinnen und Gewinnern gemeinsam mit dem Lions Club Bergstraße ein mehrwöchiges Auslandspraktikum. Dabei erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten die Gelegenheit, Einblicke in internationale Unternehmensstrukturen zu gewinnen und praktische Erfahrungen in einer globalisierten Arbeitswelt zu sammeln.
Neben der beruflichen Erfahrung spielt auch der kulturelle Austausch eine wichtige Rolle. Während ihres Aufenthalts im Ausland bleibt den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern immer auch Zeit, Land und Leute kennenzulernen und viele neue Eindrücke zu sammeln. Für den Lions Club Bergstraße ist dieser Aspekt ein zentraler Bestandteil des Programms. Die Förderung junger Menschen soll nicht nur berufliche Perspektiven eröffnen, sondern auch den internationalen Austausch und die Völkerverständigung stärken. Schaut man auf die Krisen der Welt, erscheint dieser Aspekt wichtiger denn je.
Die beiden Abiturientinnen werden nach bestandenem Abitur voraussichtlich noch im Sommer dieses Jahres ihre Auslandspraktika absolvieren. Wo es dann hingehen wird, ist noch nicht entschieden. Die beiden Firmen klären mit den Gewinnerinnen deren individuellen Interessen und entsprechende Optionen innerhalb der weltweiten Organisationsstruktur. Von Anna wurde schon der Wunsch eines französischsprachigen Reiseziels geäußert und auch Sina hat nun Zeit, über ihre Wünsche in Bezug auf das Praktikum nachzudenken. Jetzt steht bei beiden Gewinnerinnen zunächst das Abitur an.
Im Herbst, wenn der Lions Club das Stipendien-Programm erneut ausloben wird, kommen die letzten Preisträger und Preisträgerinnen regelmäßig zu den Vorstellungsterminen dazu und geben ihre persönlichen Erfahrungen dem folgenden Abiturjahrgang mit. Immer wieder sind dann leuchtende Augen und strahlende Gesichter der Stipendiatinnen ein Beleg für den Erfolg dieses langjährigen Förderprogramms.